Wie bereits erwähnt, möchte ich künftig keine mittelalterlich angehauchte Fantasy mehr schreiben, sondern in eine andere Richtung gehen. In welche genau, weiß ich noch nicht. Ich habe einige Ideen notiert, weiß aber aktuell nicht, welcher davon ich mich widmen soll. Und das ist völlig okay. Ich begebe mich vorerst auf eine Art Selbstfindungstrips.

Welche Schreibtipps bringen mich weiter, welche nicht?

Ich werde es herausfinden. Dabei geht es mir weniger um stilistische Dinge als um Ratschläge, wie man die Kreativität beflügelt, eine Geschiche konstruiert und dergleichen mehr. Also habe ich mir einen ganzen Stapel Bücher über das Schreiben gekauft. Eines hatte ich auch noch daheim, „Schreiben ist Gold“ von Eva-Marie Altemöller. Es ist ein Sammelsurium an Ideen und kleinen Fingerübungen, von denen ich mir derzeit täglich eine vornehme – allerdings nur handschriftlich in einem Notizbuch.

Ich teste also bereits den ersten Tipp. Dass man jeden Tag schreiben solle, habe ich mehrfach gelesen, bislang aber nicht umgesetzt. Das soll sich ändern! Ob es meine Kreativität wirklich beflügelt? Wir werden sehen!

Ergänzung: Ist eine gewisse Routine wirklich hilfreich?

Ich habe tatsächlich die Erfahrung gemacht, dass ich insgesamt kreativer bin, wenn ich mir täglich ein wenig Zeit zum Schreiben nehme. Das muss nicht viel sein, eine Viertelstunde ist oft schon genug. Dabei arbeite ich nicht zwingend an einem persönlichen Projekt. Oft widme ich mich nur einer kleinen Fingerübung. So habe ich mir beispielsweise ein Buch mit Romananfängen angeschafft, die ich spontan weiterspinne. Meine Muse dankt es mir und ist deutlich kussfreudiger geworden ;-).

Du willst mehr über meine Erfahrungen mit dem täglichen Schreiben wissen? Einen ausführlichen Artikel findest Du hier.

Wie sinnvoll sind Schreibratgeber?

Das kann wohl jeder nur subjektiv für sich entscheiden. Ich werde es ausprobieren. Natürlich kann ich nicht jedes Buch über das Schreiben lesen, und das möchte ich auch gar nicht. Aber ich habe mir ein paar Werke herausgepickt, die mich ansprechen und gute Bewertungen erhalten haben oder häufig empfohlen werden. Die auserwählten Bücher arbeite ich schrittweise durch und mache jede Übung, auch wenn ich sie erstmal doof finde.

Warum das Ganze? Ich möchte herausfinden, ob sich dadurch etwas am Fluss der Ideen und an meiner Arbeitsweise ändert. Ich möchte mich zwar mit allen Tipps auseinandersetzen, werde sie aber nicht blind übernehmen oder mein Schreiben in ein Schema pressen, in das es nicht passt.

Ergänzung: Mein Fazit nach der Arbeit mit mehreren Büchern:

Falls Du Dich fragst, ob Du unbedingt einen Schreibratgeber lesen solltest: Nein. Es steht letztendlich nichts darin, das man nicht auch aus Online-Artikeln oder den Diskussionen aus Foren und Autorengruppen ziehen könnte. Der Vorteil an einem Ratgeber ist lediglich, dass alle Infos in einem Buch zusammengefasst sind. Inhaltlich überschneiden sie sich größtenteils – die Warnung vor Füllwörtern und zu vielen Adjektiven findet sich ebenso in den meisten Ratgebern wie Hinweise auf die Bedeutung von Konflikten für die Handlung. Manche Bücher gehen mehr auf den Aufbau eines Plots ein, andere konzentrieren sich eher auf den Inhalt. Ich könnte auch gar nicht sagen, welche Ratgeber ich am ehesten empfehlen würde.

Für mich selbst habe ich am meisten aus den folgenden beiden Büchern gezogen:

„story tells, story sells – Wie dramatische Geschichten funktionieren“ von Edgar von Cossart

Dabei handelt es sich um keinen Schreibratgeber im eigentlichen Sinne. Das Buch widmet sich ganz dem Thema „Storytelling“ und erklärt, was eine Geschichte braucht, um das Interesse der Leser oder Zuschauer aufrecht zu erhalten.

„Plot & Struktur: Dramaturgie, Szenen, dichteres Erzählen: Meisterkurs Romane schreiben“ von Stephan Waldscheidt

Wenn ich einfach nur drauflos schreibe, komme ich irgendwann ins Stocken. Das habe ich bei meiner „Pendragon-Ära“ vor allem beim zweiten Teil gemerkt, der sich so gut wie gar nicht an bekannten Elementen der Artus-Sage orientiert, sondern einen Abschnitt in Mordreds Leben schildert, der selten literarisch verarbeitet wurde. Obwohl ich mich lange gegen das Plotten gewehrt habe und der festen Überzeugung war es würde meine Kreativität hemmen, wollte ich mich mit diesem Thema intensiver auseinandersetzen. Dazu war dieses Buch genau das Richtige.

Warum mache ich das überhaupt?

Ziel dieses kleinen Experimentes ist es, Neues auszuprobieren und mich mit dem schriftstellerischen Handwerk auseinanderzusetzen. Ich werde an meinem Schaffen feilen, dabei aber authentisch bleiben. Am Ende finde ich hoffentlich zu mir selbst und weiß, was für eine Autorin ich sein möchte. Wohin der Weg mich führen wird? Ich weiß es nicht, aber ich bin gespannt darauf! Du auch? Dann begleite mich gerne ein Stück :-).

Ergänzung: Hat mir mein Selbstfindungsprozess etwas gebracht?

Oh ja, das hat es. Eine Weile irrte ich mehr oder minder ziellos umher und wusste nicht so recht, wo ich mit meinem Schreiben hinwollte. Selbstfindung ist schließlich ein Prozess und kommt nicht von einem Moment auf den anderen. Aber ich habe für mich herausgefunden, dass mir eine gewisse Struktur hilft und weiß nun auch, in welche Richtung ich mich schreibend weiterentwickeln möchte. Von altertümlich angehauchten Schauplätzen verabschiede ich mich, den fantastischen Elementen bleibe ich hingegen treu, werde sie aber in einer modernen bis futuristischen fiktiven Welt ansiedeln.