Neben der Arbeit an einer komplexen Geschichte schätze ich auch kleine Fingerübungen, die den Schreiballtag auflockern und die Kreativität beflügeln. Eine gute Inspirationsquelle hierbei sind Story Cubes, die in verschiedenen großen und kleinen Sets erhältlich sind. Hier meine Auswahl:

Würfel mit Symbolen

Ich habe alle Würfel aus den Schachteln befreit und bewahre sie alle zusammen in meinem kleinen „Hexenkessel“ auf. So sind alle Themen bunt gemischt und ich erhalte immer wieder neue Kombinationen, aus denen ich eine Geschichte konstruiere.

Wie funktioniert das Spiel mit Story Cubes?

Du kannst Story Cubes gemeinsam mit anderen fantasievollen Menschen nutzen, ich beschränke mich hier aber auf das kreative Spiel als Einzelperson.

Mit einzelnen Sets spielen

Wenn Du die Sets lieber einzeln nutzt, kannst Du einfach alle Würfel aus einer Packung verwenden. Lasse sie auf Deinen Schreibtisch rollen, schau Dir die Symbole an und verknüpfe sie zu einer Geschichte. Das ist alles, mehr gibt es nicht zu tun. Du kannst das Geschehen nur in Gedanken ausarbeiten oder aufschreiben, ganz wie es Dir beliebt. Und erwarte bitte nichts Großartiges von Dir, es geht nicht um literarische Höchstleistungen.

Mehrere Sets vermischen

Laut Spielregeln sollten es immer 9 Würfel sein. Daran kannst Du Dich halten, musst es aber nicht. Probiere einfach aus, mit welcher Würfelzahl Du den meisten Spaß hast oder wechsle je nach Lust und Laune ab. Du hast nur ein paar Minuten Zeit, möchtest aber trotzdem Deiner Kreativität neuen Schwung verleihen? Dann nimm nur wenige Story Cubes und schaue, was Dir dazu einfällt. Es muss nicht einmal zwingend eine ganze Geschichte sein, spontane Assoziationen und Verknüpfungen hervorzurufen ist ebenfalls eine gute Übung.

Ich greife meist in meinen kleinen Kupferkessel und rühre ordentlich durch. Dann nehme ich eine Handvoll Würfel heraus, ohne sie zu zählen. Das können nur sechs, aber auch mal zwölf Story Cubes sein, je nachdem, wie beherzt ich zugreife.

Inwiefern helfen Story Cubes beim Schreiben?

Zunächst einmal bringen sie eine Menge Spaß, und der sollte beim Schreiben nicht zu kurz kommen. Sie sind aber auch ein gutes Training, um neue Ideen zu entwickeln. Selten ergibt ein Wurf eine in sich schlüssige und logische Kombination aus Symbolen. Der eine oder andere knifflige Würfel ist fast immer dabei. Was hat ein U-Boot mit einem Wikingerhelm und dem griechischen Olymp zu tun? Da muss man schon einen Moment grübeln, um das alles zu einer Geschichte zu verknüpfen. Das gilt umso mehr, wenn Du die Schwierigkeit etwas erhöhst, indem Du jedem Würfel eine tragende Rolle in der Handlung zugestehst und sie nicht nur nebenbei auftauchen lässt. Dabei übst Du spielerisch, Verbindungen herzustellen, wo auf den ersten Blick keine zu erkennen sind. Damit trainierst Du effektiv Deine Kreativität.

Übrigens kann es auch vorkommen, dass Du nicht direkt erkennst, was ein Symbol darstellen soll. Das ist nicht weiter schlimm, denke Dir irgendetwas aus, gerne auch jedes Mal etwas anderes. Dass mir manche Würfel Rätsel aufgeben, und zwar nicht nur hinsichtlich der Frage, wie ich sie einbauen soll, sondern auch was ihre Bedeutung angeht, ist übrigens mein Hauptkritik-Punkt an den Story Cubes.

Weitere Spielideen

Klingt noch nicht schwierig genug? In der Rezension des Brettspiele-Magazins findest Du noch zwei interessante Variationen, die Kettengeschichte und das Spiel mit den Assoziationen, welche die Symbole auf den Würfeln hervorrufen. Beides werde ich sicher einmal ausprobieren.

Du kannst die Schwierigkeit auch erhöhen, indem Du vorab ein Genre oder eine Grundstimmung für Deine Geschichte festlegst. Oder Du entscheidest Dich bevor Du würfelst dafür, was für eine Art von Protagonist Du verwenden möchtest. Mit einem Professor im Ruhestand im Hinterkopf wirst Du sicher auf andere Ideen kommen, als wenn Du an einen rebellischen Teenager denkst.