Wie bereits berichtet übe ich mich darin, täglich etwas zu Papier zu bringen oder in den Computer zu tippen. Angefangen habe ich mit dem Buch „Schreiben ist Gold“ von Eva-Marie Altemöller, das inzwischen nur noch gebraucht zu haben ist. Der Plan: Ich mache jede Übung, auch wenn sie nicht sonderlich ansprechend finde. Das habe ich auch eine ganze Weile getan, etwas mehr als die Hälfte des Buches habe ich so durchgearbeitet.

Aber ich bin keine Vertreterin der These, man müsse alles, was man sich vorgenommen habe, auch wirklich tun. Sinn der Übung war es, meine Kreativität in Gang zu bringen. Das hat funktioniert, ich habe aus jeder Vorgabe etwas gemacht, auch wenn ich mich teils sehr weit davon entfernt habe. Und ich werde mich auch weiter täglich im Schreiben üben. Nur ging es mir auch darum, meine Richtung zu finden. Obgleich das Buch unterschiedliche Genres und deren Spielarten behandelt, schlägt es doch insgesamt eine eher klassische Richtung ein. Mit der Zeit ähneln sich die Vorgaben. Daher kam ich an den Punkt, an dem ich merkte, dass meine Muse eher gelangweilt die Füße auf den Tisch legt und demonstrativ gähnt als mir stürmisch um den Hals zu fallen und mich abzuknutschen.

Wie geht es nun weiter?

Täglich zu schreiben halte ich nach wie vor für eine hervorragende Übung. Sofern ich nicht gerade im Rollenspiel an der Reihe bin, greife ich entweder einen spontanen Gedanken auf oder ich versuche es mit Story Cubes, die ich in verschiedenen Varianten besitze. Dabei handelt es sich um Würfel, auf denen verschiedene Symbole abgebildet sind, die zu einer Geschichte verknüpft werden sollen. Bislang habe ich sie noch nicht ausprobiert, obwohl ich sie vor geraumer Zeit spontan gekauft habe, künftig werde ich sie aber einsetzen, wenn mir sonst so gar nichts einfallen will.

Wozu ich das mache?

Kurze Übungen und Schreibexperimente helfen mir dabei, meine Richtung zu finden. Welche Geschichten gehen mir leicht von der Hand und bei welchen muss ich mich eher quälen, um etwas Brauchbares zustande zu bringen? Natürlich weiß ich auch so, was mich interessiert und welche Genres ich von vornherein ausklammere. Schließlich möchte ich nichts schreiben, das ich selbst nicht lesen würde. Dennoch möchte ich die unterschiedlichen Spielarten des Schreibens zumindest beschnuppert haben, ehe ich sie für mich ausschließe. Immerhin wäre es nicht das erste Mal, dass ich neue Seiten entdecke. In einem Mittelalter-Rollenspiel habe ich etwa erstmals eine eiskalte Mörderin gespielt. Das war Neuland, denn zuvor waren meine Charaktere zwar manchmal schwierig, im Grunde ihres Herzens aber immer gute Menschen. Auch in meinem derzeitigen Rollenspiel, das in einer fiktiven Stadt in der Gegenwart angesiedelt ist, bin ich manchmal erstaunt über meine eigenen Texte. Denselben Effekt verspreche und erhoffe mir von verschiedenen Schreibübungen.

Ob mich das wirklich weiterbringt? Ihr werdet es erleben 😉