Ist Schreiben Talent oder Handwerk? In meinen Augen beides. Ganz ohne Sprachgefühl, Fantasie und eine gewisse Begabung geht es wohl nicht, aber vieles kann man lernen. Daher habe ich einige Bücher über das Schreiben gelesen und mich über Wochen hinweg mit deren Inhalt auseinandergesetzt.

Welche Schreibtipps bringen mich weiter, welche nicht?

Das wollte ich herausfinden. Dabei ging es mir weniger um stilistische Dinge als um Ratschläge, wie man die Kreativität beflügelt und eine gute Geschichte konstruiert. Also habe ich mir einen ganzen Stapel Bücher über das Schreiben gekauft. Eines hatte ich auch noch daheim, „Schreiben ist Gold“ von Eva-Marie Altemöller. Es ist ein Sammelsurium aus Ideen und kleinen Fingerübungen, von denen ich mir täglich eine vorgenommen habe.

Damit war ich bereits bei der Umsetzung des ersten Tipps: Dass man jeden Tag schreiben solle, habe ich mehrfach gelesen, zuvor aber nicht ausprobiert. Das sollte sich ändern! Ob es meine Kreativität wirklich beflügeln würde? Ich war gespannt!

Hilft Routine beim Schreiben?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich insgesamt kreativer bin, wenn ich mir täglich ein wenig Zeit zum Schreiben nehme. Das muss nicht viel sein, eine Viertelstunde ist schon genug. Dabei arbeite ich nicht zwingend an einem Roman. Oft widme ich mich nur einer kleinen Fingerübung. So habe ich mir beispielsweise ein Buch mit ersten Sätzen angeschafft, die ich spontan weiterspinne. Meine Muse dankt es mir und ist deutlich kussfreudiger geworden ;-).

Du willst mehr über meine Erfahrungen mit dem täglichen Schreiben wissen? Einen ausführlichen Artikel findest Du hier.

Wie sinnvoll sind Schreibratgeber?

Ich wollte es ausprobieren. Natürlich konnte ich nicht jedes Buch über das Schreiben lesen, und das wollte ich auch gar nicht. Aber ich habe mir ein paar Werke herausgepickt, die mich ansprechen und gute Bewertungen erhalten haben oder häufig empfohlen werden.

Warum das Ganze? Um herauszufinden, ob sich dadurch etwas am Fluss der Ideen und an meiner Arbeitsweise ändert. Ich habe mich mit allen Tipps auseinandergesetzt, ohne sie blind zu übernehmen oder mein Schreiben in ein Schema zu pressen, in das es nicht passt.

Mein Fazit nach der Arbeit mit mehreren Büchern:

Falls Du Dich fragst, ob Du unbedingt einen Schreibratgeber lesen solltest: Nein. Es steht letztendlich nichts darin, das man nicht auch aus Online-Artikeln oder den Diskussionen in Foren und Autorengruppen ziehen könnte. Der Vorteil an einem Ratgeber ist lediglich, dass alle Infos in einem Buch zusammengefasst sind. Inhaltlich überschneiden sie sich – die Warnung vor Füllwörtern und zu vielen Adjektiven findet sich ebenso in den meisten Ratgebern wie Hinweise auf die Bedeutung von Konflikten für die Handlung. Manche Bücher gehen mehr auf den Aufbau eines Plots ein, andere konzentrieren sich eher auf den Inhalt. Welche empfehlenswert sind, hängt daher davon ab, auf welche Aspekte des Schreibhandwerks man sich konzentrieren möchte und wie viel man bereits darüber weiß.

Mir haben die folgenden Bücher am meisten geholfen:

„story tells, story sells – Wie dramatische Geschichten funktionieren“ von Edgar von Cossart

Dabei handelt es sich um keinen Schreibratgeber im eigentlichen Sinne. Das Buch widmet sich ganz dem Thema „Storytelling“ und erklärt, was eine Geschichte braucht, um das Interesse der Leser oder Zuschauer aufrecht zu erhalten.

„Plot & Struktur: Dramaturgie, Szenen, dichteres Erzählen: Meisterkurs Romane schreiben“ von Stephan Waldscheidt

Wenn ich einfach nur drauflos schreibe, komme ich irgendwann ins Stocken. Obwohl ich mich lange gegen das Plotten gewehrt habe und der festen Überzeugung war, es würde meine Kreativität hemmen, wollte ich mich mit diesem Thema intensiver auseinandersetzen. Dazu ist dieses Buch bestens geeignet, allerdings würde ich es nicht für blutige Anfänger empfehlen.