Die letzten Wochen habe ich überwiegend mit schreibender Selbstfindung verbracht. Ich wusste zwar, dass ich keine mittelalterlich oder anderweitig altertümlich angehauchte Fantasy mehr schreiben wollte, aber meine neue Richtung musste ich erst finden. Viele Ideen sprangen in meinen Kopf, die meisten verwarf ich aber bald bei dem Versuch, eine Geschichte daraus zu konstruieren, die ich für erzählenswert hielt. Der schwierigste Punkt für mich war jedoch, die passende Welt für meine Geschichte zu finden.

Nicht altertümlich, nicht real

Meine Wurzeln als Erzählerin liegen im Forenrollenspiel. Die Welt ist hierbei durch den Betreiber vorgegeben, und das beliebteste Thema war und ist mittelalterlich angehauchte Fantasy. Jahrelang habe ich mich in diesem Genre bewegt und gemeinsam mit anderen die unterschiedlichsten Geschichten entstehen lassen. Für meinen ersten Romanversuch „Die Pendragon-Ära“ bot es sich an, auf vertrautem Terrain zu bleiben und nicht gleich in doppelter Hinsicht Neuland zu betreten. Außerdem spukte die Idee, eine eigene Adaption der Artus-Sage zu schaffen und den Fokus dabei auf Mordred zu legen, schon lange in meinem Kopf herum. Einiges hatte ich schon durchdacht und musste daher nicht bei Null anfangen, als ich endlich den Mut fasste, den Gedanken in die Tat umzusetzen. Es hat mir viel Freude bereitet, diese Geschichte zu erzählen. Danach merkte ich jedoch, dass ich gesättigt war, nicht vom Schreiben, aber von mittelalterlichen Welten.

Zunächst habe ich es mit einer völligen Kehrtwende versucht und mich ganz der Realität verschrieben. Ich habe mich Ideen gewidmet, die ganz in der realen Welt spielten, ganz ohne Magie und besondere Kräfte. Mein Herz begann dabei jedoch nie, ein wenig schneller zu pochen, die Finger kribbelten nicht und mir fehlte dieser Moment, in dem ich spüre: Das will ich unbedingt schreiben. Auch schien mir die reale Welt zu eng als Schauplatz für meine Geschichten. Kurz dachte ich darüber nach, sie durch Magie und fabelhafte Geschöpfe zu durchbrechen und zu erweitern und mich in Richtung Urban Fantasy zu bewegen, aber auch da spürte ich bald, dass es nicht das Richtige ist. Eine verzwickte Lage, aber heute hatte ich endlich die Initialzündung und weiß nun, wo ich meine Geschichten und Charaktere ansiedeln möchte.

Meine eigene Welt – modern bis futuristisch mit fantastischen Elementen

Von der Vergangenheit als Schauplatz habe ich mich definitiv gelöst. Stattdessen schwebt mir eine Welt vor, die der unseren zwar ähnlich, aber dennoch in vielen Dingen anders ist. Technologisch hochentwickelt wird sie sein und ihre Bewohner mit besonderen Kräften ausstatten, die über das hinausgehen, was Menschen möglich ist. Endlich entstehen Bilder in meinem Kopf, und all meine bisherigen Ideen lassen sich in diese Welt integrieren und um neue Komponenten ergänzen. Es sprudelt endlich wieder, die Finger kribbeln … Ein schönes Gefühl!