Schreiben mit der DramaQueen – Über die Arbeit mit Autoren-Software

Mit DramaQueen meine ich nicht jenes nervtötende Geschöpf, das hinter jeder Kleinigkeit eine Tragödie wittert und versucht, einen in den Wahnsinn zu treiben, sondern eine meiner Meinung nach sehr nützliche Software. Ich habe sie bereits in meiner Übersicht über Schreibprogramme für Autoren erwähnt. Heute möchte ich Dir zeigen, wie ich damit arbeite.

Die drei Textebenen bei DramaQueen

Ursprünglich wurde DramaQueen für Drehbuchautoren konzipiert, beinhaltet inzwischen aber auch ein Prosa-Modul. Beim Start kann man zwischen Prosa und Drehbuch sowie zwischen drei Textebenen wählen, Exposé, Konzept und Erzählung.

Wenn ich ein neues Projekt beginne, fange ich mit der Exposé-Ebene an. Hier wird die Handlung zunächst in Unterpunkten skizziert. Eine Unterteilung in Kapitel oder Szenen gibt es hier noch nicht. Daher eignet sich diese Ebene beispielsweise, um die Geschichte nach einem der vielen Plotmodelle wie der Heldenreise oder der Drei-Akt-Struktur zu entwickeln. Auf der Linken Seite in der „Outline“ stehen die einzelnen Punkte mit einer kurzen Überschrift oder Beschreibung, rechts daneben der „Text“. Die anderen Punkte in der Leiste oben blende ich zu diesem Zeitpunkt noch aus, wie werden erst bei der weiteren Ausarbeitung relevant.

Die nächste Ebene ist das Konzept. Hier wird die Geschichte bereits in Kapitel unterteilt und noch etwas genauer geplant als im Exposé. Auf dieser Ebene schreibe ich mir bereits einen groben Fahrplan, der umreißt, was in den einzelnen Kapiteln geschehen soll. Die Outline der vorigen Ebene kann ich dabei einfach übernehmen. Wahlweise können auch die Texte mit übertragen werden, was ich jedoch nicht tue, da ich jederzeit in der Leiste über dem Textfeld zwischen Exposé und Konzept wechseln kann. Außerdem ist es möglich, das Textfeld zu duplizieren, sodass ich das Exposé und das Konzept auch nebeneinander legen kann. (Dies ist allerdings nur in der Pro-Version möglich, in DramaQueen Free und DramaQueen plus können nicht mehrere Textebenen parallel bearbeitet werden, siehe Feature-Vergleich auf der Programm-Website.)

Jetzt fehlt nur noch die dritte Ebene, die Erzählung. Hier können die Kapitel in Unterkapitel unterteilt werden. Bei der Konzeption eines Romans bietet es sich an, jede Szene als Unterkapitel anzulegen. So können sie jederzeit an eine andere Stelle geschoben werden, wenn sich bei der Überarbeitung eine andere Reihenfolge als die ursprüngliche als sinniger erweist.

Das Layout der Erzählung kann individuell angepasst werden, eine Normseite ist als Formatvorlage hinterlegt. Einen Wermutstropfen gibt es jedoch: Zwar kann man einstellen, dass die erste Zeile eines Absatzes eingerückt werden soll, es ist allerdings nicht möglich, diese Einrückung am Anfang eines Kapitels oder nach einer Leerzeile zu entfernen, leider auch nicht manuell. Hierzu muss man also auf Word, Libre Office oder eine andere Textverarbeitung ausweichen. 

Ideen, Figuren, Schauplätze, alles auf einem Blick

Wenn ich auf einen der Reiter in der oberen Leiste klicke, wird das entsprechende Feld eingeblendet, bei einem weiteren Klick verschwindet es wieder. So habe ich immer nur die Bereiche auf dem Bildschirm, die ich gerade brauche. Im Beispielbild unten habe ich alles abgesehen von den Ideen und den Figuren ausgeblendet. Diese einfache Übersicht war für mich einer der Hauptgründe für die Entscheidung für DramaQueen. Ich habe einen guten Überblick, der Bildschirm wirkt aber trotzdem nicht überladen.

Ebenfalls nützlich sind die „Anmerkungen“ zu den einzelnen Kapiteln und Unterkapiteln. Hier notiere ich etwa Hinweise zu noch nötigen Recherchen oder Überlegungen für eine spätere Überarbeitung. Im nächsten Bild habe ich die Anmerkungen neben den Text gelegt und alles andere ausgeblendet.

Markierungen in der Kapitelübersicht

Zum Schluss möchte ich noch meine Lieblingsfunktion zeigen. In mir steckt ein kleines Spielkind, und das ist total begeistert von den Markierungen, die ich in der Outline an die einzelnen Kapitel oder Unterkapitel pinnen kann. Die Funktion ist ganz leicht zu finden: Einfach mit der Maus auf das gewünschte Kapitel fahren, dann erscheint am rechten Rand ein Menüsymbol mit drei Strichen. Dort befinden sich unter anderem die Markierungen.

Die Symbole sind in drei Rubriken unterteilt: Unter „Überblick / Status“ kann ich Symbole für den Bearbeitungsstatus und für meine Bewertung des jeweiligen Abschnitts eingeben. Im Bild unten habe ich das ganze Kapitel als unfertig und verbesserungsfähig markiert, Kapitel 1.1 als fraglich und überarbeitungsbedürftig und Kapitel 1.2. als fertig und sehr gut.

Die zweite Kategorie heißt „Figurenemotion / -haltung“ und konzentriert sich auf die Gefühlslage der Protagonisten. Im Beispielbild habe ich von oben nach unten „erschrocken“, „weinend“ und „verliebt“ gewählt.

In der dritten Spalte stehen die Markierungen zum Thema „Dramaturgie / Ereignis“. Auf dem Bild seht ihr die Rakete für den Anfang, das Schild für den „Point of no return“ und den Blitz, der eine Konfliktsituation kennzeichnet.

 

Es gibt noch einige weitere Funktionen, die ich bisher noch nicht ausprobiert habe. So ist es etwa möglich, die einzelnen Kapitel und Figuren verschiedenen Storylines zuzuweisen und diese grafisch darzustellen. Außerdem ist es möglich, Änderungen im Dokument nachzuverfolgen.

Kompatibilität mit anderen Programmen

Die Texte der einzelnen Ebenen (wahlweise mit oder ohne Anmerkungen), die Outline, die Beschreibungen der Figuren und Schauplätze und die Storylines lassen sich sich jeweils als Dokument in verschiedenen Formaten exportieren, darunter .doc und .docx und .rtf, die allesamt in Word sowie den kostenlosen Office-Programmen Open Office und Libre Office bearbeitet werden können. Auch ein Export als epub ist möglich.

Eine komplette Übersicht zu allen Features von DramaQueen findest Du hier: https://dramaqueen.info/features/

Nun hast Du hoffentlich einen guten ersten Eindruck vom Schreibprogramm meiner Wahl. Wenn es Dir zusagt, kannst Du eine kostenlose Testversion herunterladen, die alle drei Programmvarianten (Free, Plus und Pro) beinhaltet. Generell rate ich dazu, zunächst verschiedene Softwares zu testen, schließlich sind sie nicht gerade billig, und es wäre schade, eine Menge Geld auszugeben, um später festzustellen, dass es eine Fehlinvestition war. In der ganz oben im ersten Absatz verlinkten Übersicht findest Du noch weitere Schreibprogramme für Autoren.

 

Womit soll ich schreiben? Ein kleiner Überblick über Schreibprogramme für Autoren

Du kommst mit Deiner Textverarbeitung super zurecht und vermisst nichts? Prima, dann bleib dabei! Es ist nicht so, dass Autoren zwingend spezialisierte Software bräuchten, Word, Open Office, Libre Office usw. reichen zum Schreiben aus. Autorenprogramme können jedoch Unterstützung bei der Strukturierung und teilweise auch bei der Überarbeitung bieten. So enthalten die Programme Papyrus und Patchwork etwa Werkzeuge zur Analyse des Schreibstils und der Lesbarkeit des Textes. In Papyrus ist zudem eine Rechtsschreib- und Grammatikprüfung von Duden integriert, Patchwork bietet gegen Aufpreis ein Duden-Add-on als Alternative zum standardmäßigen Language Tool an.

Wer auf diese Funktionen verzichten kann und in erster Linie eine Software sucht, die einen guten Überblick über das eigene Schreibprojekt mitsamt Figuren, Schauplätzen, Ideen, Recherchematerial usw. bietet, sollte auch einen Blick auf yWriter, Scrivener und DramaQueen werfen. Eine Stilprüfung gibt es hier nicht, der Fokus liegt klar auf der Strukturierung.

Spezielle Schreibsoftware für Autoren

Nachfolgend stelle ich Dir eine Liste mit Links und Infos zu den genannten Programmen zusammen. Bei den Download-Links wirst Du zunächst auf die Website des Anbieters weitergeleitet und kannst Dir dort eine Testversion herunterladen. Probiere ruhig mehrere Softwares aus! Erst in der Praxis zeigt sich wirklich, welches Schreibprogramm am besten zu Dir, Deiner Arbeitsweise und Deinen Bedürfnissen passt.

Die angegebenen Preise entsprechen dem Stand Ende November 2017.

yWriter

  • Preis: kostenlos

Scrivener

Patchwork

Papyrus

DramaQueen

  • Preis: DramaQueen Free kostenlos, DramaQueen Plus 99 Euro oder 9 x 11,90 Euro im Mietkauf, DramaQueen Pro 297 Euro oder 18 x 17,90 Euro im Mietkauf
    (Quelle: https://dramaqueen.info/produkte/#alle)

Unschlüssig, welches Autorenprogramm Du wählen sollst? Testen, testen, testen!

Ich habe es weiter oben zwar schon geschrieben, aber ich kann es nicht oft genug sagen: Nutze die kostenlosen Testversionen! Dazu sind sie schließlich da. Ich könnte Dir zwar ausführlich meine Meinung zu den einzelnen Programmen schildern, aber das würde Dir nicht viel nützen. Eventuell bevorzugst Du eine andere Programmstruktur, empfindest als intuitiv bedienbar, was über meinem Kopf Fragezeichen schweben lässt oder hast eine ganz andere Arbeitsweise als ich.

Daher wäre mein Rat an Dich: Nimm Dir Zeit und schau Dir jede Autoren-Software, die grundsätzlich für Dich infrage kommt, in aller Ruhe an. Überlege Dir, welche Funktionen Dir wichtig sind, arbeite ein wenig mit dem Programm und finde heraus, ob Du in Deinem täglichen Schreibprozess gut damit zurechtkommst. So habe ich es auch gemacht. Am Ende ist meine Entscheidung übrigens auf DramaQueen Pro gefallen, es kann aber gut sein, dass Du nach Deiner persönlichen Testreihe einen ganz anderen Favoriten hast.

 

Mit Spannung ausgepackt: Die Lesekatzen-Buchbox Märchen der 3. Art

Vor ein paar Tagen habe ich meine erste Lesekatzen-Buchbox erhalten, und zwar die Sonderbox „Märchen der 3. Art“. Ich mag Märchen sehr gerne und finde sie besonders spannend, wenn sie in moderne oder gar futuristische Zeiten verlagert werden. Daher hat mich das Thema gereizt und ich habe den Bestellknopf gedrückt. Zuvor hatte ich die Box eine Weile unter Beobachtung, es war aber lange keine dabei, die mich ausreichend angesprochen hätte. Immerhin kostet die Box 29,95 Euro zuzüglich 4,20 Euro Versand. Der Preis ist in meinen Augen völlig in Ordnung, wenn ich aber nicht schon beim Thema denke „Wow, das könnte cool werden“, ist mir das Risiko eines Fehlgriffs zu hoch.

Kommen wir nun zum Inhalt der Box:

Nach dem Öffnen des Pakets sieht man zunächst nur die Karte, auf deren Rückseite Infos zum Inhalt stehen. Also am besten direkt zur Seite legen, sonst nehmt ihr euch selbst die Spannung beim Auspacken, und das muss ja nicht sein.

Unter der Karte und dem Papier verbargen sich ein Buch und ein paar wunderbare Schätze, die mir ausnahmslos gefallen haben. Was für eine Freude, dass meine leise Skepsis unbegründet war. Insgeheim hatte ich nämlich ein wenig Angst vor einem totalen Fehlgriff. Ich bin eben eine kleine Pessimistin ;-). Aber ich wurde sehr positiv überrascht.

 

In der kleinen Wunderlampe wohnt leider kein Dschinn, aber sie sieht immerhin hübsch aus :-). Wo der Zusammenhang zum Thema „3. Art“ ist? Das verrät die Spolierkarte: Es gibt wohl eine Theorie, dass Disneys Aladdin eigentlich in der Zukunft spielt. Verrückte Sache! Ich habe davon ehrlich gesagt bisher noch nichts gehört, aber wenn ich den Film mal wieder anschaue, werde ich ihn mit ganz anderen Augen betrachten.

Die Jelly Beans durften eine Reise durch die Dunkelheit der Speiseröhre antreten und warten nie wieder gesehen ;-). Die Kühlschrankmagneten hängen da, wo sie hingehören, und eines meiner Kissen ist auch neu bezogen. Die lustigen hellblauen Teile in der kleinen Plastiktüte sind übrigens Star Wars-Ausstecher mit Stempel. Viele Kekse backen ich muss ;-).

Der Mittelpunkt der Box: Das Buch

Ich finde es super, dass das Buch noch einmal zusätzlich verpackt ist. So ist der Überraschungsfaktor gleich noch etwas höher. Mir fiel sofort auf, dass es relativ dünn ist. Das ließ meine Neugier noch etwas steigen. Der Trend scheint mir ja eher hin zu dicken Wälzern zu gehen, während ich selbst es durchaus schätze, wenn ein Buch eine überschaubare Länge hat und auch wenn ich wenig Zeit habe in ein paar Tagen durchgelesen ist. Als ich das Buch dann endlich aus dem Packpapier befreit hatte, kam der zweite Begeisterungsschwung. Eine Anthologie, wie toll! Kurzgeschichten für zwischendurch schätze ich sehr, allerdings gibt es selten Sammlungen, die thematisch meinen Geschmack betreffen. Nun habe ich fünf futuristische Märchen, die ich locker mal zwischendrin lesen kann.

„Das Schiff, das nie hätte gebaut werden dürfen“ umfasst in der Hardcover-Version 165 Seiten und ist im Machandel-Verlag erschienen.

 

Wie sich mein Schreiben verändert hat

Heute möchte ich mich auf eine kleine Reise begeben, allerdings nur in Gedanken. Ich schreibe nun bereits einige Jahre, auch wenn die Öffentlichkeit davon nicht viel mitbekommen hat. Natürlich hat sich in dieser langen Zeit manches verändert. Daher möchte ich nun zurückblicken auf die letzten Jahre und ein wenig davon erzählen, wie ich angefangen habe, welchen Weg ich gegangen bin und wo ich heute stehe.

Von pubertären Gedichten zu nachdenklichen Kurztexten

Wer mein heutiges, pragmatisches und ziemlich unromantisches Ich kennt, mag es kaum glauben, aber auch in meinem Leben gab es eine Phase, in der ich schmalzige Gedichte schrieb. Zum Glück war ich klug genug, sie vor der Öffentlichkeit zu verbergen und in einem lichten Moment zu vernichten. Wobei sie als Dokument dafür dienen könnten, dass man sich durch Übung weiterentwickelt. Aber das weiß ich auch so, daher bin ich froh, dass ihre Existenz restlos ausgelöscht wurde.

Nach meiner Abkehr von den schwülstigen Liebesgedichten schlug ich ins komplette Gegenteil um und schrieb vornehmlich darüber, sie schrecklich grausam und ungerecht die Welt ist und wie sehr ich daran verzweifle. Diese Texte waren schon besser als der grauenvolle Kitsch, den ich zuvor verbrochen hatte, aus meinem heutigen Blickwinkel aber ziemlich plakativ. Ein paar davon hatte ich auf Gedichte-Websites veröffentlicht, mich allerdings vor ein paar Jahren erfolgreich um Löschung bemüht, da ich diesen Texten längst entwachsen war.

Nach einer längeren Pause habe ich diese Form des Schreibens wieder aufgegriffen und einige Texte online veröffentlicht, erst auf den Vorgängerblogs und dann auf dieser Website. Die meisten davon waren ernsthafter Natur, hin und wieder kam aber auch der Quatschkopf in mir durch. Die Resonanz war positiv, dennoch kam ich kürzlich an den Punkt, an dem ich mich mit diesen Texten nicht mehr wohlgefühlt habe. Also ging ich in mich und gelangte zu der Erkenntnis, dass ich mich künftig ganz dem erzählenden Schreiben widmen möchte. Wie so oft, wenn sich bei mir etwas verändert, schlug sich das auch in einer Umgestaltung meiner Website nieder. Die „Kleinen Lektüresnacks“ mussten weichen, die Startseite bekam eine neue Struktur und die Kategorien erhielten neue Namen. Mir ist es wichtig, dass mein virtuelles zu mir passt und mich so zeigt, wie ich bin

Die fantastische Welt der Schreibrollenspiele

Dass man online zusammen mit anderen eine Geschichte schreiben kann, habe ich mehr oder minder durch Zufall entdeckt. Meine ersten Gehversuche machte ich auf einem chatbasierten Rollenspielserver aus dem „Legend of the Green Dragon“-Universum. Anfangs tat ich mich schwer, mich in das gemeinsame Schreiben einzufinden, dann klappte es aber recht gut. Leider schloss der Server nach einiger Zeit, und ich machte mich auf die Suche nach Alternativen. Diese fand ich in verschiedenen Foren, die allesamt in mittelalterlichen Welten angesiedelt waren. Im Lauf der Jahre habe ich die verschiedensten Charaktere gespielt, unter anderem einen Räuberhauptmann, eine blinde Bardin und eine eiskalte Betrügerin.

Für diejenigen, die keine Ahnung haben, wovon ich gerade rede, möchte ich es kurz erklären: Bei einem Schreibrollenspiel, aufgrund der verbreitetsten Form auch als Forenrollenspiel bekannt, erschafft jeder Spieler seinen eigenen Charakter. Die Teilnehmer schreiben abwechselnd die Handlungen ihrer Figur, wobei es wichtig ist, dem anderen genug Spielraum zu lassen, um zu reagieren. Durch das Zusammenspiel mehrerer Personen entsteht so eine Geschichte, die nicht zwingend zu einem Ende kommen muss.

Diese Form des Schreibens schätze ich nach wie vor sehr. Daher habe ich ein Lothrexna-Chroniken gegründet und schreibe dort mit einer sehr lieben und einfallsreichen Autorin über das Leben in einer fiktiven Großstadt der Gegenwart.

Vom ersten Romanversuch über einen Richtungswechsel zu meinem aktuellen Projekt

Der Gedanke, mich an meinem Roman zu versuchen, kam immer mal wieder auf, allerdings habe ich ihn lange nicht in die Tat umgesetzt. Mir mangelte es an Selbstvertrauen und dem Glauben an meine erzählerischen Fähigkeiten. Irgendwann habe ich es aber doch gewagt und mich einem vertrauten Stoff gewidmet: der Artussage. Allerdings wollte ich nicht die Geschichte des Königs, sondern die seines Sohnes Mordred erzählen. So entstand mit „Die Pendragon-Ära“ eine kleine Trilogie, die für einige Monate kostenlos als Blogroman sowie als kostenloses E-Book via Bookrix zu lesen war. Inzwischen habe ich ihn wieder herausgenommen. Das positive Feedback, das nicht nur von Bekannten, sondern auch von Fremden kam, hat mich darin bestärkt, weiterzumachen. Zugleich war mein erster Roman aber nur ein Lehrlingsstück. Vor allem aber war er ein Abschied vom mittelalterlichen Setting, das bisher den Hintergrund für meine Geschichten bildete. Der Fantasy bleibe ich treu, ich möchte sie aber in einer eigenen Welt ansiedeln, die moderne, rückständige und vielleicht sogar futuristische sowie realistische und magische Elemente miteinander verknüpft. Nachdem ich für mich erkannt hatte, dass ich einen solchen Richtungswechsel vollziehen möchte, wollte ich einen kompletten Neuanfang.

Dennoch war jeder einzelne Text, den ich geschrieben und wieder gelöscht habe, wichtig für mich, selbst die dilettantischen Gedichte, die mir rückblickend die Schamesröte ins Gesicht treiben. Sie haben mich geprägt und auf unterschiedliche Weise weitergebracht. Manches schrieb ich zum Vergnügen, anderes zur Verarbeitung oder um meine Gedanken mit der Welt zu teilen. Sie alle waren, egal wie naiv und dilettantisch einige von ihnen gewesen sein mögen, wichtige Schritte auf meinem Weg als Autorin.

Vom gelegentlichen zum regelmäßigen Schreiben

Inzwischen ist meine Einstellung zum Schreiben eine andere geworden. Ich gehe mit einem deutlich höheren Anspruch an mich und meine Texte heran. Statt drauflos zu schreiben und zu hoffen, dass etwas Vernünftiges dabei herauskommt, habe ich mich viel mit dem Handwerk beschäftigt und mich mit dem Thema Plotten auseinandergesetzt. Ich bleibe zwar flexibel, erstelle mir aber einen groben Fahrplan, sodass ich mich nicht mehr in meiner eigenen Geschichte verlaufen kann, ohne zu wissen, wo ich eigentlich hin will. Statt mit mehreren Worddateien arbeite ich nun mit einer Autorensoftware, die es mir erleichtert, den Überblick zu behalten und Planung, Erzähltext, Anmerkungen, Ideen. Figuren und Schauplätze übersichtlich in einer Projektdatei vereint. Ich bin bereit, Geld für Dinge auszugeben, die mich weiterbringen und bei der Planung und Umsetzung meiner Geschichten unterstützen.

Entsprechend gehe ich deutlich professioneller an die Lothrexna-Chroniken heran als an vorherige Werke. Auf welchem Weg ich sie dann veröffentlichen werde, habe ich noch nicht entschieden. Vielleicht suche ich mir einen Verlag, eventuell veröffentliche ich auch als Blogroman, das wird sich zeigen. Fest steht nur, dass dieses Projekt auf Lothrexna.de einen eigenen Internetauftritt erhält und dass ich mein Bestes dafür gebe, etwas richtig Gutes daraus zu machen.

Von einer Nebensache zu einem wichtigen Teil meines Lebens

Allgemein würde ich sagen, dass mir das Schreiben in den letzten Monaten viel wichtiger geworden ist. Noch vor einem Jahr hätte ich vermutlich die Arbeit gescheut, die dahintersteckt, eine ganze Welt zu erschaffen. Nun gehe ich das mit großer Freude und Leidenschaft an und habe eine umfangreiche Weltenbau-Datei und jede Menge Ideen. Und ich arbeite viel disziplinierter. Früher habe ich an manchen Tagen relativ viel, an anderen gar nichts geschrieben und darauf gewartet, dass meine Muse endlich den Hintern hochbekommt und mich abknutscht. Heute weiß ich, dass Routine die Kreativität nicht hemmt, sondern befruchtet. Wenn es mal mit meinem ersten Lothrexna-Roman nicht weitergeht, schreibe ich etwas anderes. Hauptsache, meine Fantasie rostet nicht ein.

Es hat sich also viel verändert, und das wird es hoffentlich weiterhin tun, denn ich möchte wachsen, lernen, besser werden und euch irgendwann richtig gute Geschichten präsentieren. Vielen Dank an alle, die mich bis hierhin begleitet haben und in Zukunft begleiten werden!

 

Einmal Überraschung, bitte! Die September-Box von Writer’s Soul

Überraschungsboxen gibt es inzwischen zu allen möglichen Themen, und ich habe bereits mehrere ausprobiert, weil ich es liebe, ein Paket auszupacken, ohne vorher den Inhalt zu kennen.  Daher musste ich natürlich zugreifen, als ich zufällig auf die Autorenboxen von Writer’s Soul stieß. Sie enthalten jeweils ein Notizbuch sowie verschiedene Zugaben für den Schreiballtag. Die Preise variieren, die September-Box hat 34,95 Euro inklusive Versand gekostet.

Was enthielt die Writer’s Soul Box zum Thema „Kaffeejunkie & Teeverliebt“?

Ein Bild sagt ja bekanntlich mehr als tausend Worte, daher zeige ich euch zunächst ein Foto des Inhalts und schreibe darunter noch ein paar Worte dazu :-).

Bei der Bestellung konnte ich zwischen Kaffee und Tee wählen. Ich trinke beides gerne, habe mich aber für Tee entschieden. Entsprechend waren ein paar Beutelchen verschiedener Sorten in meinem Paket enthalten. Ein wenig schade fand ich, dass es Standardtees aus dem Supermarkt waren, aber das kann ich verschmerzen, ich habe eine vielfältige Teesammlung daheim. Abgesehen von diesem winzigen Wermutsstropfen hat mir die Zusammenstellung gut gefallen. Das liegt nicht zuletzt an dem Miniglas Nutella. Ja, ich bekenne, ich bin ein Nutella-Kind und esse das gerne auch mit dem Löffel aus dem Glas. (Ergänzung: Das war zumindest so, bis sie Anfang November die Rezeptur geändert haben. Jetzt muss ich mir einen anderen Suchtstoff suchen. Warum macht man so was? Mein Nutella-Herz ist gebrochen!)

Einen Thermobecher kann ich wirklich gut gebrauchen, denn meist trinke ich meinen Tee beim Schreiben leider kalt, und das nicht mit Absicht. So geht es wohl auch Juliane, die diese Box zusammenstellt. In dem beiliegenden Brief erklärt sie, welche Gedanken sie sich beim Aussuchen des Inhalts gemacht hat. Ein wenig nostalgisch ist sie auch veranlagt, sonst hätte sie sicher keinen Untersetzer in Form einer Diskette gewählt. Für die jüngeren Leser: Auf solchen Dingern haben wir früher Dateien gespeichert, es passte aber kaum etwas drauf. Ich bin alt genug, um tatsächlich noch damit gearbeitet zu haben.

Kommen wir zum Herzstück, dem Notizbuch. Ich finde den Spruch witzig, möchte mir den Geschmack aber lieber nicht so genau vorstellen. Jedenfalls ist es hübsch bunt, das mag ich sehr. Wahrscheinlich werde ich auch bei künftigen Boxen wieder einmal zugreifen.